Birdman – Unser Filmtipp

BirdmanWenn in der Nacht vom 21. zum 22. Februar in Los Angeles die 87. Academy Awards vergeben werden, könnte der Film „Birdman“ zu den ganz großen Siegern zählen. Ganze neun Nominierungen gab es für die schwarze Komödie vom mexikanischen Regisseur Alejandro González Iñárritu („Babel“). Der Film wurde bereits mit zwei Golden Globes ausgezeichnet und ist unter anderem in den Königskategorien „Bester Film“, „Beste Regie“ und „Bester Hauptdarsteller“ in der finalen Auslese. Gründe dafür gibt es genug, zum Beispiel die außerordentlich gelungene Zusammenstellung an Schauspielern. Auch das Thema an sich, das verzweifelte Lösen einer Schauspiellegende von der Rolle seines Lebens, bringt viel Interessantes mit sich. „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ – so der komplette Titel – ist ganz einfach zwei Stunden beste Unterhaltung, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Der Versuch, nicht mehr „Birdman“ zu sein

Riggan Thompson (Michael Keaton) war einer der ganz Großen im Filmgeschäft. Mehrfach schlüpfte er in die Rolle des Comichelden „Birdman“ und wuchs zur Ikone einer ganzen Generation. Nun aber ist das Geschichte und seine Karriere nach insgesamt drei Blockbustern erfolglos versandet. Um wieder im Geschäft Fuß zu fassen und sich endlich von der Figur „Birdman“ zu lösen, versucht er sich auf der Theaterbühne, als Autor und Regisseur. Ihm dabei behilflich ist sein guter Kumpel  und Manager Brandon (Zach Galifianakis). Das Projekt für ein neues Stück entwickelt sich ganz gut, doch unmittelbar vor der Premiere fällt der Cast für eine wichtige Rolle aus, so dass mit dem talentierten Mike Shiner (Edward Norton) ein neuer Darsteller ins Ensemble rückt, der eine ganz eigene Show abzieht, Riggan komplett in den Schatten stellt und auch noch ein Auge auf dessen Tochter Sam (Emma Stone) geworfen hat.

Birdman ist der Beweis, das Comichelden-Kino auch anders geht

In den letzten Jahren durften wir großartige Blockbusterinszenierungen erleben, bei denen Comichelden den zentralen Kern bildeten. Von Nolans „The Dark Knight“-Epos über die einzelnen Variationen von „Spider-Man“ bis hin zu den zahlreichen Vertretern aus dem Hause Marvel. Regisseur Alejandro González Iñárritu geht mit „Birdman“ einen anderen und keinesfalls schlechteren Weg. Seine Arbeit strotzt nur so vor Tiefe, ist eine Satire auf die Phänomene Hollywoods und Künstlerdrama in einem. Natürlich wird dabei weitgehend auf spektakuläre Actionszenen und hochwertige Special Effects verzichtet. Sie würden das Gesamtkonstrukt irgendwie behindern. Stattdessen bekommen wir einen wirklich anspruchsvollen Film, der Michael Keaton vermutlich den Oscar bescheren wird und uns, wenn auch ein wenig surreal, zurück auf den Boden holt.

 

 


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