Beeinflussung der Landtagswahl durch Twitter?

Wird die Landtagswahl in Sachsen, Thüringen und dem Saarland vom 30. August 2009 eventuell für ungültig erklärt und annulliert? Laut Spiegel.de kursierten bereits 90 Minuten vor Schließung der Wahllokale erste, sehr genaue Prognosen der Wahlergebnisse bei Twitter. Diese würden sich nur um wenige Nachkommastellen vom vorläufigen, amtlichen Endergebnis unterscheiden. Sie beruhen auf sogenannten „Exit-Polls“, Umfragen, die am Tag der Wahl gemacht werden und nicht vorab veröffentlicht werden dürfen. Aus ihnen beziehen Journalisten und Politiker erste Informationen, um ihre Reaktionen und Statements vorbereiten zu können. Doch nun wurde dieses Privileg von jemandem missbraucht und die Exit-Polls veröffentlicht.

Unter anderem soll dafür der CDU-Abgeordneter Patrick Rudolph verantwortlich sein, über dessen Twitteraccount die Zahlen publik gemacht wurden. Dieser bestreitet die Tat und hat seinen Zugang inzwischen löschen lassen – zu spät: die Daten wurden bereits hundertfach wiederholt und kopiert. Da dies eine unzulässige Beeinflussung der Wähler ist und als Ordnungswidrigkeit mit 50.000€ geahndet wird, kann es nun möglich sein, dass die gesamte Wahl angefochten und für unzulässig erklärt wird. Ein peinlicher und prekärer Zwischenfall, der einmal mehr die Macht des Internets und der Social Media beweist.


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