Die Werke des Samuel Beckett

Beckett - Warten auf Godot1989 war nicht nur für Deutschland ein ganz besonderes Jahr. Es war ein entscheidendes für die gesamte Welt, da der Fall der innerdeutschen Mauer ein entscheidender Schritt in Richtung Freiheit war, dessen Schall man auf dem ganzen Erdball vernehmen durfte. Darüber hinaus sind im Jahr 1989 noch einige weitere bewundernswerte, aber eben auch traurige Ereignisse geschehen. Der heutige 22. Dezember sollte zu einem Tag werden, an dem wir einen der größten Literaten des vergangenen Jahrhunderts verloren haben. Der Tod von Literaturnobelpreisträger Samuel Beckett jährt sich heute demnach zum exakt 25. Mal, seine Werke aber bleiben weiterhin in der Erinnerung.

Samuel Beckett – Von Irland hinaus in die Welt

1906 erblickte Samuel Barcley Beckett im irischen Dublin das Licht der Erde. Seine Herkunft spiegelte sich sowohl in der Erzählungen selbst als auch der sprachlichen Form der späteren Werke wider und das obwohl Beckett mit Anfang Dreißig Frankreich als Wahlheimat für sich auserwählte. Im Rahmen seines Studiums bereiste er die spätere Heimat schon in den 1920ern. Becketts Jugend stand im Schatten des irischen Unabhängigkeitskampfes. Auf seinen vielen Reisen, auch nach Deutschland, bekam er schon früh ein Gespür für die kulturell bedingten unterschiedlichen Philosophien der einzelnen europäischen Staaten. Das politische Geschehen sollte später Eingang in seine Werke finden. Beckett startete vergleichsweise spät erste schriftstellerische Versuche. Mit dem erst 1938 herausgebrachten „Murphy“ hinterließ er erstmalig nachhaltigen Eindruck.

Theaterstücke, die in Erinnerung bleiben

Beckett zog sich folglich, bedingt durch den Kriegsausbruch in den Untergrund zurück und trat erst nach 1945 wieder in Erscheinung, dann aber umso mehr. Seine Briefe, die in „Ein Unglück, das man bis zum Ende verteidigen muß“ das Zeitgeschehen von 1941 bis 1956 festhalten, geben einen guten Einblick über die Befindlichkeit des scheuen und teilweise depressiven Beckett. „Warten auf Godot“, sein wohl größtes Stück, entstand 1948 und wurde zunächst kaum beachtet. Fünf Jahre später aber machte das Theaterstück seinen Autor zum vielumjubelten Erfolgsgarant. Nicht zuletzt bezog sich die Schwedische Akademie bei der Vergabe 1969 auf eben jenes Drama. Es folgten Stücke wie „Endspiel“, „Glückliche Tage“ oder „Atem“, die allesamt auf Französisch geschrieben wurden und Beckett zur festen Größe auf den internationalen Theaterbühnen machten. Darüber hinaus bleiben auch Prosatexte und Romane in der Erinnerung. „Watt“ erinnert sehr an die Konstellation aus „Warten auf Godot“ und so ist eine Empfehlung für all jene, die dem Meister des absurden Theaters einmal mehr nachfiebern möchten.


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter