Axolotl Roadkill – der Plagiat-Skandal um Autorentalent Helene Hegemann

Das derzeitige Thema schlechthin in der Literatur -, Verlags – & Blogger Szene, ist wohl das so hochgelobte, neue Buch von Helene Hegemann „Axolotl Roadkill“. Erschienen ist das Erstlingswerk im Ullstein Verlag.
axolotl roadkill

Der Roman, der bisher als DER literarische Überraschungserfolg gehandelt und von Kritikern einhellig gepriesen wurde, wird nun allerdings von einem Plagiat­-Skandal überschattet.

So soll, die 17-jährige Autorin und Filmemacherin Helene Hegemann, teilweise wortwörtlich Textteile eines Bloggers und Autors übernommen haben. Die vielleicht zweifelhafte Ehre wird Blogger Airen zuteil, der sein Buch unter dem Titel „Strobo“ veröffentlichte. Er sieht den Skandal nicht so eng, schließlich ist es eine fast anerkannte Praxis, Anregungen und sogar kurze Textpassagen aus dem Internet zu übernehmen, allerdings mit Kennzeichnung bspw. in Form einer Verlinkung auf die Quelle. Davon spricht Airen heute auch. In der FAZ vom 15.02. erklärt er sich folgerichtig nun auch einverstanden mit dem „Textklau“. Er erwartet nur eine Markierung der geklauten Stellen, dann „sei der Fall für ihn erledigt“, so Airen in der FAZ.

Die Blog-Szene sieht es da ein bisschen anders. Über den Kurznachrichtendienst Twitter wird sogar sehr explizit die „Dummheit und Schamlosigkeit“ von Autorin Hegemann diskutiert, wie die Suche nach den beliebtesten Tweets zum Thema Hegemann und Airen ergab.

Marc Degens in dessen Verlag Strobo erschienen ist, hätte sich dabei einen etwas differenzierteren Umgang mit dem Thema gewünscht. Ein Vergleich beispielsweise, hätte er für angemessen gehalten. Wie er gestern auf der Literatur-Infoseite Literaturcafe kommentierte, gab es bis heute keine offizielle Rezension der Quelle für Hegemanns Roman. Strobo wurde bisher von keinem Literaturkritik rezensiert, so Degens.

Das hält Autor Airens nicht davon ab, ganz im Sinne der Literatur, öffentliche Lesungen aus seinem Roman zu veranstalten. Ab 18.02. können Axolotl Roadkill-Fans ihre Version mit der Strobo-Version in den Airens-Lesungen in München, Berlin und anderen großen Städten vergleichen.

Aufgedeckt wurde der Skandal durch Deef Pirmasens, der in seinem Gefuehlskonserve-Blog die Passagen offen legt, die Helene Hegemann in ihrem Buch verwendet hat.

Woraufhin die Autorin Helene Hegemann zugab, sie habe eine ganze Seite regelrecht abgeschrieben. Die Position des Verlages Ullstein dazu ist eindeutig: „Quellen müssen genannt und ihre Verwendung muss vom Urheber genehmigt werden.“ Das soll nun nachträglich geschehen.


Ein Kommentar zu “Axolotl Roadkill – der Plagiat-Skandal um Autorentalent Helene Hegemann” Eigenen verfassen
  1. […] wird vorgeworfen, Teile des Romans geklaut zu haben. Offen gehen sie und ihr Verlag mit diesen Plagiats-Vorwürfen um und erklären das als problemlos, was viele Internetnutzer bereits als normal empfinden: das […]

    18.03.2010
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