Aus den Zentren des Terrors

New York. Es ist der 11. September 2001 als zwei Flugzeuge in die Twin Towers rasen und Tausende von Menschen mit in den Tod reißen. Zweieinhalb Jahre später detonieren in der spanischen Hauptstadt Madrid zehn Bomben islamistischer Terroristen. Gut ein Jahr darauf gehen in London vier Rucksackbomben in die Luft und töten Insassen von U-Bahnen und Verkehrsbussen. Alle drei Anschläge waren  verstärkt in den Medien zu sehen, bei allen dreien war die Weltbevölkerung geschockt und alle drei führten zu verschärften Sicherheitsbestimmungen. Auch wenn die Welt nun sicherer scheint, Terroranschläge wird es wohl leider immer geben, denn die Selbstmordattentäter werden immer besser ausgebildet und mit neuer Technologie ausgerüstet. Jedem sollte der Begriff al-Qaida als eine der Hochburgen des Terrors bekannt sein.

Umso überraschender scheint der Titel „Mein Leben bei al-Qaida – Die Geschichte eines Spions“ von Omar Nasiri. Was bis dahin als unglaublich eingestuft wurde: Nasiri erzählt keinesfalls aus seiner Fiktion heraus, sondern beschreibt das wirkliche Geschehen. Als Geheimagent wurde der gebürtige Marokkaner einst von Frankreich aus in die Terrorhochburgen in Pakistan, Afghanistan und auch Europa eingeschleust, um Informationen über künftig geplante Missionen zu sammeln. Er wird von Leuten geschult, die engste Untergebene von Bin Laden waren – die gleiche Ausbildung haben auch Attentäter des 11. September absolviert. Nach dem Trainingscamp gelangt er in die Islamistenszene Londons, wo das gefährliche Doppelleben weitergeht. Nasiri berichtet wirklich von allem, von jeder einzelnen Station, die ein mutmaßlicher Attentäter des Netzwerkes al-Qaida durchmachen muss, um letztlich solch einer „ehrenvollen“ Mission beizuwohnen. Er schreibt über enttäuschende Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit anderen europäischen Geheimdiensten und liefert dem Leser einen detaillierten Einblick in die Motivation junger Attentäter.


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