Auf Weltreise mit Elke Becker

Ihre Leidenschaft fürs Reisen und ihre Erlebnisse inspirieren Elke Becker immer wieder zu neuen Geschichten. In den kommenden Monaten erscheinen drei eBook-Sammelbände mit je zwei eBooks. Die erste Box „Auf Weltreise mit Elke Becker – Box 1 (eBook, ePUB)“ ist bereits erschienen und enthält die eBooks „Ticket ins Glück“ und „Yoga ist auch keine Lösung„. In dieser Box nimmt uns Elke Becker mit auf die Reise nach Mallorca und in die Dominikanische Republik. In den nächsten Monaten können wir uns auf weitere zwei Boxen freuen.

Im folgenden Interview verrät Elke Becker einige Hintergrundinfos zu ihren Romanen und den Zusammenhang mit ihren eigenen Reisen:

Liebe und Reisen – wie passt das für Sie zusammen?

Für mich passt das ganz hervorragend. Wenn wir im Alltag feststecken, sind wir oft nicht frei für Neues. Das ist im Urlaub ganz anders. Man schaltet ab, ist offen, genießt die Umgebung, saugt alles in sich auf und geht auch viel offener auf Menschen zu. Zumindest geht es mir so. Zudem schicke ich meine Protagonisten gerne an Orte, die ich besucht habe und die mich zu den Geschichten inspirieren. Auch hier sind es die Begegnungen, die mich dann vor die Frage stellen: Was wäre wenn …? Und schon läuft mein Kopfkino los. Es ist für mich spannend mitzuerleben, wie anders sie doch in Situationen reagieren, als ich selbst es täte.

Mit »Ticket ins Glück« startet die romantische Weltreise in der Dominikanischen Republik. Was verbindet Sie mit dem Urlaubsparadies?

Bildrechte: Urbschat

Bildrechte: Urbschat

In der Dominikanischen Republik habe ich 1,5 Jahre gelebt. Wir waren dort mit einer Sprachschule selbstständig und das war nicht immer leicht. »Ticket ins Glück« könnte man als meinen persönlichsten Roman bezeichnen. Viele Begebenheiten, die im Roman beschrieben werden, habe ich selbst so erlebt. Okay, so manche Stelle musste ich abschwächen, weil mir die Wahrheit kaum jemand glauben würde. Und je mehr der Leser denkt: Jetzt übertreibt sie es aber ein wenig, desto mehr Wahrheit steckt darin bzw. musste ich die jeweilige Szene abschwächen, um im Bereich des Glaubwürdigen zu bleiben.

Die Erlebnisse dort werde ich nie vergessen. Im Guten wie im Schlechten. Es ist etwas ganz anderes dort zu leben, als die Inselschönheit von einem Urlaubsresort aus zu erleben.

In »Yoga ist auch keine Lösung« erwischt Lena ihren Freund in flagranti – doch im Kleiderschrank versteckt sich keine langbeinige Blondine, sondern ihr Agenturchef Jörg! Daraufhin flieht sie spontan nach Mallorca. Hilft Ihnen Reisen auch, wenn mal Alles schief geht? Oder was ist Ihre Strategie?

Ich persönlich packe den Stier bei den Hörnern. Ich kläre alles direkt und sobald alles erledigt ist, kann es schon sein, dass ich mir dann einen ausgedehnten Urlaub gönne, um alles zu verdauen und mir wieder vor Augen zu führen, wie schön das Leben ist, auch wenn man ab und an mal einen unerwarteten Tritt in den Hintern bekommt.

Tiefschläge und Niederlagen gehören zum Leben dazu. Nur durch solche Momente kann man die schönen Augenblicke wirklich genießen.

Bestes Beispiel: Wäre unser Aufenthalt in der Dominikanischen Republik nicht so katastrophal ausgefallen, wäre ich heute auf Mallorca nicht so glücklich. Denn auf diese durch den Ballermann in Verruf geratene Insel wollte ich wirklich nie! Dabei ist sie wunderschön!

Gibt es für Caros unglaublich romantischen Urlaubsflirt in »One Night in Bangkok« eine wahre Geschichte oder ist alles nur Fiktion?

Das ist alles reine Fiktion. Wobei die Reisestationen schon stimmen und ich die im Roman beschriebenen Orte besucht habe. Aber auch hier ging es mit Kopfkino los. Der im Roman beschriebene Ausflug in dem Minibus, wo man sich vorkam, als wäre man eine Ölsardine, den gab es wirklich. Es gab auch den Amerikaner auf dem Nachbarsitz. Und schon tauchte wieder dieser Gedanke auf: Was wäre, wenn eine deutsche Frau auf einer solchen Reise einen US-Amerikaner kennenlernen würde und sich die beiden verlieben? Würde sie direkt alles in Deutschland aufgeben? Das Risiko eingehen? Und wie steht es mit ihm? Wäre er bereit, für seine Liebe nach Deutschland zu gehen und seine erfolgreiche Karriere einfach zu vergessen? Da habe ich meine Protagonisten in eine ziemlich prekäre Lage gebracht. Und leicht machen sie sich die Antworten mal wirklich nicht. Aber was im Leben ist schon leicht?

Romana, Damaris, Hanna und Adelheid aus »Hot Dogs zum Frühstück« sind so unterschiedlich –  und trotzdem sind sie alle sehr sympathisch. Mit wem würden Sie am liebsten die Route 66 entdecken?

Ganz ehrlich: Mit genau diesen Frauen! Aber da ich sie auf dieser Reise schon begleitet habe, würde ich sagen: mit meiner Schwester. Wobei wir uns da bisher nicht einig geworden sind. Sie möchte die Tour auf einer Harley fahren. Ich habe keinen Motorradführerschein. Und nur als Kopilot hinter ihr zu sitzen, würde mir keinen Spaß machen. Im Gegenzug weigert sie sich eisern, die Tour mit einem Jeep zu unternehmen. Ob wir wohl jemals zusammen dort unterwegs sein werden? Ich bin mir unsicher 😉

Laura aus »Wenn Amor nicht zuhört« ist Lehrerin aus Überzeugung. So wie auch Ihre anderen Bücher von einer selbstbewussten Frau erzählen, die mit Humor und Lebensfreude durch ihr Liebeschaos und Schicksalsschläge wächst. Ist das bewusst so gewählt und was steckt dahinter?

Ich mag mutige Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen, egal wie stark der Wind weht. Da ich selbst eher zu den starken und selbstbewussten Frauen gehöre, sind mir solche Charaktere auch näher, als ein eher sanfter Charakter. Das muss nicht immer von Vorteil sein: Denn wer mit dem Kopf durch die Wand will, holt sich oft Schrammen, die man mit etwas Nachsicht hätte vermeiden können. Aber wer kann schon aus seiner Haut? Ich arbeite daran 😉

Trotzdem lautet mein Motto: Mutig probieren, auf die Nase fallen, aufstehen, Krönchen richten und den Blick wieder nach vorn richten.

Man könnte die Eingangsfrage also durchaus mit Ja beantworten.

Frederik begleitet seine Lebensgefährtin Paula nach Kenia, obwohl er mit Wildnis und Safari gar nichts anfangen kann. Würden Sie auch der Liebe wegen in ein Land verreisen, das Ihnen nicht gefällt?

Gute Frage. Sehr gute Frage sogar. Das käme vermutlich auf den Mann und das Land an. Wobei ich ehrlich sagen muss, wenn die Vorstellungen so weit auseinandergehen, dass ich nur mit extremem Widerwillen in dieses Land ginge (Alaska im Winter wäre so ein Fall), würde ich mir auch zeitgleich die Frage stellen, in welchen Bereichen die Unterschiede noch so groß wären.

Wenn es nur ein Land wäre, das nicht ganz oben auf meiner Reisewunschliste stünde, würde ich die Reise meinem Partner zu liebe vermutlich unternehmen, weil sie ihm wichtig ist. Ich lasse mich auch gerne mal auf Dinge ein, die auf den ersten Blick nicht unbedingt mit meinen persönlichen Vorlieben übereinstimmen.

Wenn es Alaska im Winter wäre, würde ich ihn bitten, die Reise allein zu unternehmen. Man sollte in einer Beziehung die Wünsche des Partners respektieren. Sprich: Er will fahren + ich will nicht = Er fährt allein und ich wünsche ihm viel Spaß!

Wo geht es bei Ihnen als Nächstes in den Urlaub? Und wird es dann wieder einen Roman dazu geben?

Ich war im Januar in Vietnam und Kambodscha. Es war ein wundervoller Urlaub, nur hat mich dieses Mal keine Geschichte angesprungen! Das passiert zwar selten, aber es kommt vor. Doch ich habe auch noch ausreichend Geschichten, die darauf warten, niedergeschrieben zu werden. Eine Krimireihe, die auf Mallorca spielt, ist auch dabei. Aber natürlich auch wieder Geschichten mit Liebe und eigenwilligen Frauen! Im Juni kommt „Meeresblau & Mandelblüte“. Leonie ist wieder ein starker Charakter und hat würdige Gegner, bis sie glücklich wird.

Zudem arbeite ich an einem Frauenroman, der in Rom spielt. Meine Reise letztes Jahr im Mai hat mich dazu inspiriert. Ich bin also durchaus beschäftigt, bis der nächste Urlaub ansteht.

Das nächste Urlaubsziel ist noch offen, aber so ganz leise höre ich schon den Ruf der afrikanischen Elefanten. Nirgendwo auf der Welt glitzern die Sterne intensiver, wenn man nachts in der Steppe vor dem Zelt sitzt und die Milchstraße den Nachthimmel erleuchtet. Man glaubt, in diesen Momenten tatsächlich nach den Sternen greifen zu können.


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter