Amy – Unser Filmtipp

AmyDer Club der 27er ist ein oftmals benanntes Ensemble, wenn es darum geht, viel zu früh verstorbene Größen aus dem Musik- und Showbusiness zu vereinen. Zu ihnen gehören Nirvana-Spitze Kurt Cobain, Janis Joplin oder Jimi Hendrix. Seit dem 23. Juli 2011 fällt auch der Name Amy Winehouse in diese Kategorie. Ihr Blutalkoholwert zeigte 4,1 Promille, als die Lebensuhr der Soulqueen nicht mehr weitertickte. Mehr als 25 Millionen Tonträger hat die Sängerin verkauft, sechs Grammys gewonnen und dennoch war sie nie so wirklich glücklich, griff zu Drogen und eben Alkohol. In „Amy“ nun rollt Asif Kapadia („Senna“) das Leben von Amy Winehouse dokumentarisch auf. Er zeigt dabei Aufstieg und Fall eines Weltstars und überzeugt mit wundervollen visuellen Einstellungen.

In „Amy“ kommen 100 Interviewpartner zu Wort

Wie könnte man einen Menschen besser beschreiben, als mithilfe der Eindrücke von Freunden und Angehörigen? Filmemacher Kapadia nutzt das Umfeld von Amy Winehouse und zeigt so ein feinfühliges Puzzle aus allen Elementen ihres Lebens. Dazu gehören auch Aufnahmen aus TV-Shows, in denen sie zu sehen war, und von Konzerten, in denen sie ihre Fans einheizte. „Amy“ setzt sich zudem aus Videos aus ihrem privaten Umfeld zusammen. Das verleiht dem Film eine weitere Stufe Emotionalität. Ohne die sonst üblichen, aber ebenso hinderlichen „Talking Heads“ in den Interviews gelingt es Kapadia eine gewisse Dynamik zu integrieren. Natürlich sorgen die privaten Mitschnitte für filmische Qualitätseinbußen, dafür aber verleiht genau das der Dokumentation einen Grad Authentizität. Dieser wird auch gewonnen, weil die Familienangehörigen gegenüber dem Projekt sehr offen waren. Auch, wenn sie nicht alle gut wegkommen.

„Amy“ – Ein Leben im Fokus der Paparazzi

Amys Vater Mitchell beispielsweise bekommt eine eher negative Stellung, hätte er den Tod, was anhand der Szenen deutlich wird, doch verhindern können. Symbolisch dafür ist eine Einstellung, in der er eine TV-Crew auf die Karibikinsel St. Lucia lotst, um eine Dokusoap abzudrehen. „Amy“ aber gerade hierher flüchtete, um mal von den Paparazzi loszukommen und sich von den Drogen zu lösen. Ohnehin kommen die Komponenten, die letztendlich ihr Leben beendeten, sehr präsent daher. „Amy“ zeigt das Leben eines Stars mitten in einer Welt, in der sich Paparazzi auf sie und allen Handlungen stürzten, was am Ende zur allesverschlingenden Belastung wurde. Damit begibt sich Asif Kapadia natürlich auf einen schmalen Grat, denn er kritisiert eine Gesellschaft, die immer über alles ihrer Prominenz informiert bleiben möchte und die Stars und Sternchen so nie zur Ruhe kommen lässt.


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