Die kochen nicht nur mit Wasser

Es sind die Tage angebrochen, an denen eine Sache die Menschen rund um den Globus wieder vereint, seien sie auch noch so verschieden. Die Fußball-WM begeistert alle. Es liegen sich Fans in den Armen, die vorher nie etwas miteinander zu tun hatten, Frau und Mann teilen sich wieder die Couch vor dem Fernseher und die Welt ist durchzogen mit einer Wahnsinnseuphorie. Was liegt da näher, als in dem einen Monat auch verstärkt über das Thema zu erzählen, was momentan wohl eh den Großteil interessiert. Am dritten WM-Tag war es endlich so weit. Nachdem Südafrika, Nigeria und Algerien vergeblich um den Sieg rangen, konnten die Mannen aus Ghana endlich den ersten Sieg einer afrikanischen Fußballmannschaft bei einer WM auf afrikanischem Boden genießen.

Ziemlich human, mit einem geschenkten Elfmeter, den die weit angereisten Serben scheinbar als Präsent mit im Schlepptau hatten, aber dennoch, der erste Dreier ist eingebuchtet. Ein bisschen anders spielen afrikanische Mannschaften, wenngleich sich durch die vermehrte Anzahl an Profis in den europäischen Ligen der Fußball ein wenig akklimatisiert zu haben scheint. Was sie aber vor allem besonders macht, sind die Prozeduren vor, zwischen und nach dem Spiel. Die bilden nach Hälfte eins allesamt erst einmal einen Kreis und schwören sich gemeinsam für den zweiten Durchgang ein, die Fans blasen mit ohrenbetäubenden Vuvuzelas ihre Mannschaft nach vorne und nicht selten vertrauen sie auf die Heil- und Beschwörungskünste eines Medizinmannes. Oliver G. Becker hat bei seiner Recherche, in der ihm Spieler, Trainer und Funktionäre Frage und Antwort standen, viele interessante Dinge erfahren und sie im Werk „Voodoo im Strafraum. Fußball und Magie in Afrika“ zusammengefasst. Da erfahren Sie alles über Rituale und Zauberei und spätestens wenn im WM-Halbfinale Deutschland – Elfenbeinküste Poldi wie paralysiert auf dem Spielfeld steht, wissen Sie, wozu das alles nützlich sein kann.


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