7.Spieltag der Fußballbundesliga 2009/10

Mehr als nur ein Spiel - BVB-S04Es gibt gewöhnliche Spiele in einer Saison und es gibt ganz besondere Partien. In diesen so genannten Derbys ist nach der Herkunft aus dem englischen Raum alles erlaubt, außer dem Gegner den Kopf abzuschlagen und einen Hund auf ihn zu hetzen. Es sind die Spiele, von denen vorher jeder spricht, in denen die Fangruppen ihre verbalen Aussagen in Richtung der Gegner auf ein Unermessliches steigern. Es sind die Partien, in denen die Protagonisten meist vor nie da gewesener Motivation strotzen, denn es sind jene Partien, die einen gesamten Saisonverlauf auf den Kopf stellen können. Nur in diesen 90 Minuten geht es darum, dem Erzrivalen zu zeigen, wer die Nummer Eins in der Region ist. In Europa gibt es eine Reihe von brisanten Derbys wie dem Wiener Stadtderby oder dem Old Firm in Glasgow. Den Duellen zwischen Inter und AC in Mailand oder den diversen Kontrahenten innerhalb der britischen Hauptstadt London. Am vergangenen Wochenende kamen auch wir hierzulande in den Genuss dieser ganz besonderen Spiele und blicken nun zurück auf die Stärken der Sieger und die hängenden Gesichter der Besiegten.

Den Startschuss nach der Pokalwoche, in der mit Wolfsburg, Leverkusen und Hamburg der Reihe nach die Topmannschaften herausflogen, gaben die beiden Kellerkinder Nürnberg und Bochum. Bereits nach 7 Minuten entschied Klimowicz die Partei zu Gunsten der Gäste und beendete eine Negativserie von vier Spielen. Nürnberg enttäuschte und konnte zu keiner Zeit auch nur annähernd Gefahr für das Bochumer Tor ausstrahlen, um die 0-1-Niederlage abzuwenden. Am Samstag kam es dann zu den langerwarteten Partien. In Köln empfingen die Rheinländer den Nachbarn aus Leverkusen. Nach dem Erfolg der letzten Woche und dem tollen Pokalfight gegen Meister Wolfsburg zeigten sich die Geißböcke weiterhin stabil. Leverkusen wirkte rehabilitiert für die Niederlage in Kaiserslautern und stand zumindest in der Defensive äußerst sicher. So entwickelte sich ein Spiel, in dem sich bis zur Minute 82 beide Teams zumeist neutralisierten. Mister Zuverlässigkeit, Simon Rolfes entschied die Partie spät und bescherte dem ewigen Zweiten die vorrübergehende Tabellenführung. In Dortmund kam es zum großen Revierderby zwischen dem BVB und Schalke. Auch diese Partie geizte mit großen Torraumszenen und so lebte sie von der rivalisierenden Atmosphäre. Ganz im Gegensatz zu dem Spiel der vergangenen Saison, wo Dortmund ein 0-3 noch in ein 3-3 drehen konnte, war der Treffer von Farfan das einzige Highlight in einem ansonsten schwachen Spiel. Ereignisreicher zeigten sich da die anderen Samstagnachmittagspiele. Stuttgart entzog sich mit einem deutlichen 3-0-Erfolg bei den bisher noch unbesiegten Frankfurtern vorrübergehend der negativen Boulevardpresse und hatte in Youngster Julian Schieber, der zwei Tore erzielen konnte den überragenden Akteur in den Reihen. Auch Bremen ließ beim 3-0 über die von Thomas Tuchel trainierten Mainzer nichts anbrennen. Auch ohne Spielmacher Mesut Özil, der zumindest schon wieder auf der Bank Platz nahm, präsentierte sich Werder konsequent und glänzte durch geradlinigen Offensivfußball. Die meisten Treffer jedoch fielen in einem vielleicht nicht gerade historischen, aber dafür umso offensiveren Derby. Zwei Treffer reichten Hannover nicht, um glanzlose Wölfe wirklich ernsthaft zu gefährden. Das tolle Freistoßtor von Misimovic konnte Balitsch noch ausgleichen. Doch Gentners Treffer kurz vor der Pause stellte die Weichen auf einen Dreier für Wolfsburg, zumal sich Edin Dzeko mit zwei Vorlagen und einem selbsterzielten Treffer langsam aber sich in die Form des letzten Jahres ballert.

Zurück auf der Torjägerbühne - Vedad IbisevicDer große Knaller aber stieg am Samstagabend. Dank eines peinlichen Auftritts in Osnabrück flog der Tabellenführer aus dem Pokal und so brannte die Labbadiaelf auf Wiedergutmachung. So empfing der Hamburger SV die wiedererstarkten Bayern zum Klassiker Urgestein gegen Rekordmeister. Sehr spannend präsentierte sich die Partie mit einer Vielzahl an Torszenen, auch wenn zunächst keine Tore fallen sollten. Mladen Petric war es schließlich, der mit dem Tor des Tages den Unterschied ausmachte und den letztendlich Glücklicheren zur Tabellenführung schoss. Daran konnten auch die Sonntagsspiele nichts ändern. Im ersten Vergleich empfingen die Freiburger ihre Gäste aus Mönchengladbach und konnten den heißersehnten ersten Heimerfolg der Saison landen. Nach einer ereignislosen ersten Hälfte steigerten sich die Breisgauer in Hälfte zwei und kletterten so mit einem 3-0 aus der gefährdeten Zone, in der Gladbach nun langsam aber sicher angekommen ist. In der letzten Begegnung des Spieltages trafen zwei Mannschaften aufeinander, deren aktuelle Verfassung nicht hätte gegensätzlicher sein können. Während sich die Hertha Mitte der Woche in München aus dem Pokal verabschiedete und in Trainer Favre seit Wochen tiefe Ratlosigkeit auslöst, kommt Hoffenheims Offensive nach stotterndem Saisonstart so langsam in Fahrt. So kam das für die Berliner brutale 5-1 zwar nicht unerwartet, aber in seiner Erscheinung äußerst niederschmetternd. Hoffenheim war nicht nur spielerisch überlegen, sondern strotze nur so von effektiver Chancenausbeute und großer Präsenz in den Zweikämpfen. Ibisevic lief mit dem ersten Hattrick der Saison zur absoluten Bestform auf und besorgte Herthas neuem Torhüter Ochs einen rabenschwarzen Einstand.

Ob nächste Woche Lucien Favre noch sein Trainer sein wird, zeigt sich wenn die Hertha am Sonntag den Tabellenführer aus Hamburg zum Tanz bittet. Los geht’s aber am Freitag mit Schalke gegen Frankfurt, wo sich die Knappen weiter oben festsetzen wollen und abgewartet werden muss, wie die Hessen die Klatsche des Wochenendes verkraftet haben. Samstag treffen dann Bayern München und der 1.FC Köln, sowie Leverkusen und Nürnberg aufeinander. Der Meister reist nach Bochum und hofft auf einen gleichzeitigen Ausrutscher der Hoffenheimer in Mainz. Außerdem heißt es für Hannover, gegen den SC Freiburg nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg endlich mal wieder einen Dreier einzufahren. Abends treffen sich dann am Gladbacher Borussenpark die Gladbacher und Dortmunder zum Borussenduell. Neben der Partie Berlin gegen Hamburg spielen auch Stuttgart und Bremen am Sonntag und erhoffen sich auf beiden Seiten drei Punkte.

Elf des Tages:
Neuer – Boateng, Bordon, Tasci, Mathijsen – Hitzlsperger – Eduardo, Gentner – Misimovic – Ibisevic, Dzeko

Bildquelle: www.kicker.de / www.ngz-online.de


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