6.Spieltag der Fußballbundesliga 2009/10

Felix Magath und Armin VehWorauf es ankommt im Fußball, ist schnell gesagt und wohl jedem bekannt. Ob in Frankfurt, München oder Dortmund – Es wird immer nur die Mannschaft als Sieger vom Platz gehen, die möglichst viele Tore schießt, auf jeden Fall aber eines mehr als der Gegner. Als Sieger können sich im erweiterten Sinne auch die Teams fühlen, die in einem eindrucksvollen Unentschieden, einem 3-3 oder 4-4, zwar mit nur einem Punkt nach Spielende da stehen, diesen aber im Wissen dem Fan das geboten zu haben, was er sehen will, gehörig feiern können. Leider gibt es im Fußball auch immer wieder Tage, an denen sich die Mannen denken, es sei von äußerster Wichtigkeit, mal eher auf ein hohes taktisches Konzept zu setzen. Das kann die richtige Methode sein, aber wenn es beide Kontrahenten perfektioniert umsetzen, spricht man von Neutralisation. Schade ist das dann vor allem, wenn sich zwei Mannschaften treffen, die seit Jahren für den absoluten Offensivzauber stehen, aber immer der Reihe nach.

Es lag vor allem am Trainer der Gastgeber, dass alles in dieser Woche über die Freitagspartie sprach. Felix Magath empfing mit seinen Knappen, die relativ ordentlich, aber eben nicht überragend in diese Saison gestartet sind, den Meister aus Wolfsburg, der sich nach drei Niederlagen in Folge zunächst im tristen Mittelfeld der Tabelle wiederfand. Magath bewies, dass er weiterhin um die Stärken seiner Meisterelf weiß, so agierte Schalke sehr beherzt und als ein gleichwertiger Gegner, der nur wegen Edin Dzeko, der mit seinen Treffern den Unterschied ausmachte, mit 1-2 den Kürzeren zog. Ähnlich präsent und unerwartet forsch zeigte sich am Samstag der 1.FC Nürnberg im Derby bei den großen Bayern. Nach einer recht mauen ersten Hälfte erzielte Olic die Führung, welche Choupo-Moting ausgleichen konnte. Am Ende war es kein 30-Milllionenstürmer, kein Ribery oder Robben, sondern Abwehrrecke van Buyten, der den 2-1-Arbeitssieg sicherte und den Rekordmeister näher an die Spitze bringt. Zumindest defensiv erholt zeigte sich der BVB in Hannover und war am Ende dennoch enttäuscht. Dortmunds Pausenführung durch Sahin schien das perfekte psychische Moment, hielt aber nur ganze drei Minuten und so trennten sich beide mit 1-1. Mehr als nur einen Punkt versprach sich der VFB Stuttgart gegen Schlusslicht Köln. Jens Lehmann entschied sich in der Schlussphase, nach dem er lange tatenlos zusehen musste, aktiver einzugreifen und wagte den Ausflug. Die Schwaben hatten mehr vom Spiel, scheiterten jedoch mehrfach an der perfekt eingestellten Defensive der Geißböcke. Nach dem kapitalen Ballverlust des Torhüters 45 Meter vor dem Tor machte Sanou das 2-0 und sicherte so den ersten Dreier der Saison. Den richtigen Willen zeigten hingegen Mainz in Bochum und Hoffenheim in Gladbach. Mainz führte früh und geriet durch zwei Treffer kurz vor der Pause ins Hintertreffen. Nach der Pause glättete der 18-Jährige Schürrle mit zwei Treffern die Wogen und sorgte für einen verdienten Erfolg der Mainzer und die vorrübergehende Arbeitslosigkeit des Heimtrainers Koller. Hoffenheim hingegen fand sich lange auf der Verliererstraße wieder. Bereits nach einer guten Viertelstunde führten die Fohlen 2-0 und auch der Anschlusstreffer von Salihovic schien zu wenig für die ambitionierten Gäste. So dauerte es bis zur Schlussphase, als das Comeback von Gladbachs Torhüter Bailly durch drei weitere Gegentore zum Scheitern verdammt war.

Leverkusen-Bremen - Ein Duell auf AugenhöheSo war es die Spaßtruppe der letzten Saison, die uns ordentlich auf die Sonntagspartien, von denen wir uns reichlich Tore erwarteten, einstimmen sollte. Doch so ganz spielten die Torfabriken der bisherigen Saison nicht mit. Einzig und allein der SC Freiburg, der dank eines überragenden Banovic zu einem 4-0-Kantersieg über das neue Schlusslicht Hertha BSC kam. Berlin spielte zu umständlich, Freiburg brutal effektiv und so reichte eine eher durchschnittliche Leistung für den zweiten Auswärtssieg. Weniger Tore präsentierte uns das Führungsduo. Während der HSV früh durch Ze´ Roberto in Führung ging, scheiterte Leverkusen in der Anfangsphase am starken Wiese. Frankfurt nutze eine der zwei Chancen im Spiel und sorgte so für eine wenig begeisterte Woche beim Tabellenführer. Dass weiter beide im Gleichschritt oben stehen, lag letztendlich daran, dass Kießling es nicht schaffte, den angepeilten Torrekord aufzustellen und Werder nicht genug tat, um das 0-0 zu den eigenen Gunsten zu verbessern.

So treten auch nächste Woche Hamburg und Leverkusen als Führungsduo auf die Spieltagsbühne zurück. Während Bayer zum Derby nach Köln reist, empfängt der HSV zum Topspiel die Bayern. Den Auftakt nach den Pokalspielen geben am Freitag Nürnberg und Bochum. Samstag heißt es dann neben den bereits erwähnten Partien Wolfsburg gegen Hannover und Bremen gegen Mainz. Ein weiterer Knaller steigt in Dortmund, wo die Borussen den Erzrivalen aus Gelsenkirchen empfangen. Komplettiert wird der Samstag dann durch die Partie der ungeschlagenen Frankfurter, die gegen Stuttgart ihren tollen Saisonstart ausbauen wollen. Sonntag will Freiburg zeigen, dass man auch zu Hause dreifach punkten kann, der Tabellennachbar aus Gladbach sollte hier einen dankbaren, aber keinesfalls zu unterschätzenden Gegner darstellen. Später zeigt sich dann bei Hoffenheim gegen Hertha, ob Coach Rangnick seine Spieler wieder ratlos die Bank suchen lässt oder die Berliner ihren Trainer Favre ratlos von der Bank gehen lassen.

Elf des Tages:
Schäfer – Geromel, v. Buyten, Mertesacker, Rafinha – Banovic – Salihovic, Makiadi, Ivanschitz – Schürrle, Dzeko
Bildquelle:www kicker.de/ www.sportschau.de


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