Shakespeares Blick in die Zukunft

Der Kaufmann von VenedigShakespeare hat viele Werke geschrieben. Die meisten von ihnen kennen wir heute noch, denke man nur an den dänischen Prinzen Hamlet, das Liebespaar Romeo und Julia, deren Motiv in vielen heutigen Werken noch wiederzufinden ist, oder den Feldherren Othello. Jedes von ihnen fand sich in den letzten Jahrhunderten in zahlreichen Diskursen wieder, doch keines von ihnen löste auf der Bühne solch ein Spektakel aus wie „Der Kaufmann von Venedig“ es tat. Das Stück besticht durch eine gewisse Brisanz, die sich durch die Jahrhunderte zog und vor allem nach 1945 mehr denn je in den Fokus rückte.

Es ist der vermögende Kaufmann Antonio, dessen Güter derzeit nicht zur Verfügung stehen, der aber aufgrund der Mittellosigkeit seines Freundes Bassanio für diesen bürgt und einen Handel mit dem ebenfalls reichen Kaufmann Shylock eingeht. Bassanio wirbt um Porzia und benötigt dazu das Vermögen Antonios, der seinerseits mit einem Stück Fleisch des eigenen Körpers für den Freund haftet. Als er sein Vermögen verliert, beharrt Shylock auf sein Eigentum und es kommt zu einer Gerichtsverhandlung, in der er schließlich von Porzia überlistet wird.

Der_Kaufmann_von_Venedig-2Shylock ist Jude, was das Werk zu einem ganz besonderen Spektakel macht. Es ist eine Abstammung, die sich historisch in immer wechselnden Gesichtern widerspiegelte. So lag die Darstellung des Charakters häufig an der ganz eigenen Interpretation der Darsteller. Man kann Shylock als komische Figur lesen, man kann ihn auch als bösartige Figur deuten, nach 1945 aber wohl eher als bemitleidenswerte Figur, die durch die Cleverness oder machtbesessenen Züge der venezianischen Gesellschaft am Ende zum Verlierer wird.


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter