20.Spieltag der Fußballbundesliga 2009/10

Weg ist er - Hitzlsperger nun ein RömerDa hat sich noch einmal ganz schön was getan auf dem Transfermarkt. Traditionell warten viele Teams mit den Neuverpflichtungen sprichwörtlich bis zur letzten Eisenbahn, was vor allem daran liegt, dass die Ablösesummen für Spieler, die man gerne abgeben möchte, noch einmal drastisch nach unten gedrückt werden. Zum anderen ist es aber auch die letzte Möglichkeit für die Vereine den durch Verletzungen minimierten Kader aufzufrischen und für Spieler, die aussichtslos auf der Bank sitzen, vielleicht durch einen forcierten Wechsel doch noch auf den WM-Zug aufzuspringen. So erging es zum Beispiel Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, von dem am heutigen Sonntag bekannt wurde, dass er nach Rom wechselt. Neu in der Bundesliga ist hingegen der bisherige Zweitligaprofi Sandro Wagner, der aus Duisburg nach Bremen wechselt. Wolfsburg tauschte die Innenverteidiger, verpflichtete den Brasilianer Rever und ließ Ricardo Costa ziehen. Neu ist auch Youngster Tosic, der von Manchester United nach Köln kommt. Nur einige von ihnen haben schon mitgewirkt, alle aber manch gute wie auch schlechte Leistung ihrer neuen Kollegen gesehen.

Bobadilla erlegt BremenAm Freitag traf der VFL Wolfsburg ohne Costa und auch ohne Rever in Hamburg auf den HSV, den man bis kurz vor Schluss auch ganz gut im Griff hatte. Dzeko brachte die Wölfe noch im ersten Durchgang in Führung. Trochowski jedoch erzielte in der Nachspielzeit mit einem genialen Moment den 1-1-Ausgleich, schlenzte einen Freistoß über die Mauer vorbei an Lenz und beglückte so nicht nur den als Zuschauer mitjubelnden Ruud van Nistelrooy. Nicht weit entfernt von Hamburg liegt Hannover, wo man derzeit sehnlichst nach Punkten trachtet. Im Abstiegsgipfel gegen Nürnberg war es letztendlich Gästestürmer Bunjaku, der mit drei Treffern Hannover im Alleingang abschoss und Nürnberg nach vielen traurigen Wochen endlich mal wieder zum Lachen bringt. Auch nach dem zwischenzeitlichen Anschluss durch Stajner hatte der Schweizer die passende Antwort parat und erhielt kurz vor Schluss Standing Ovations der mitgereisten Fans. Die hatten auch die Kölner verdient, nachdem sie in Frankfurt den zweiten Sieg in Folge einfahren konnten. Auch im zweiten Spiel ohne das Sturmduo Novakovic/Podolski zeigte Köln Klasse vorm Tor, wenn auch Maniche der einzige Torschütze blieb. Dessen Führung konnte Chris noch ausgleichen, dem Eigentor von Russ folgte aber nichts mehr. So feierte Tosic bei seinem Debüt nicht nur die erste Gelbe Karte seiner Bundesligakarriere, sondern auch das 1-2. Bei Hertha debütierte niemand und auch das etatmäßige Sturmduo Gekas/Ramos konnte mitwirken. Da beide ohne erzielten Treffer blieben und auch der Rest der Hertha-Mannschaft kein Tor zu schießen vermochte, stand vorne wieder einmal die Null. Immerhin stand sie auch hinten, so blieb die Hertha gegen Bochum im dritten Spiel der Rückrunde zum dritten Mal ohne Gegentreffer, aber eben auch ohne Dreier, was letztendlich nur dem VFL hilft. Während bei der Partie Berlin-Bochum die Fans Zeugen einer Nullnummer wurden, boten Mönchengladbach und Bremen vor allem in der ersten Hälfte Fußballoffensivkunst der Extraklasse. Schon nach 18 Minuten lag Gladbach durch Reus, Collauti und Boubadilla 3-0 in Front. Özil verkürzte ehe Bobadilla nach zwei Vorlagen auch den zweiten Treffer markierte. Nachdem Pizarro noch vor der Pause den alten Zwei-Tore-Rückstand wiederherstellte, war es Frings der Werder noch einmal hoffen ließ. Mehr sollte aber nicht herausspringen und so waren es am Ende nur die Gladbacher und wohl alle Zuschauer, die ein tolles Bundesligaspiel bejubeln durften.

Leverkusener Torschützen unter sichDas letzte Samstagsnachmittagsspiel demonstrierte die wiedergewonnene Stärke des Rekordmeisters Bayern München, der sich gegen Mainz für die Niederlage in der Hinrunde revanchierte. Zwar gelang den Münchnern trotz drückender Überlegenheit lange kein Treffer und selbst ein Elfmeter, den Butt vergab, sollte nicht die Führung bringen. Im zweiten Durchgang jedoch brach Abwehrmann van Buyten endlich den Bann. Gomez und Robben erhöhten später, so dass die Bayern nach einem 3-0 vorrübergehend die Tabellenführung erobern konnten. Nachziehen konnte am Abend der bisherige Dritte Schalke 04, der im Topspiel die TSG aus Hoffenheim empfing. Die Gäste zeigten sich engagiert und hatten deutlich mehr Ballbesitz, Schalke hingegen machte wenig, glänzte aber mit der gewohnten Effizienz. Kuranyi traf nach einem Superanspiel von Rafinha zur Führung und bereitete später das 2-0 durch Schmitz mustergültig vor. Hoffenheim-Trainer Rangnick zeigte sich dennoch zufrieden und freut sich nach dem Hammerauftakt gegen Bayern, Leverkusen und Schalke auf die kommenden wohl eher machbareren Aufgaben. Die Mannschaften der Stunde trafen sich am Sonntagnachmittag in der Mercedes-Benz-Arena. Der VFB Stuttgart, der sich langsam aber sicher von der Abstiegszone entfernt, feierte dort gegen Borussia Dortmund einen in der Höhe unerwarteten 4-1-Sieg und verschoss dabei sogar noch einen Elfmeter. Nachdem Santana nach einer Viertelstunde ins eigene Netz traf, erzielte Torjäger Barrios den zwischenzeitlichen Ausgleich. Dank einer furiosen zweiten Hälfte und einer ganz starken Schlussphase sicherten am Ende Kuzmanovic, Träsch und Marica einen vielleicht ein bisschen zu hoch ausgefallenen Dreier für die Schwaben. Relativ klar war es auch in Leverkusen, wo sich der weiterhin ungeschlagene Tabellenführer gegen Aufsteiger Freiburg keine Blöße gab. Eine gute halbe Stunde tat sich wenig, dann entschieden Kießling, Derdiyok und Abwehrmann Hyypia binnen vier Minuten die Partie. Der 3-1-Anschlusstreffer durch Bastians war reine Ergebniskosmetik, die sich nur ergab, weil Leverkusen das Spiel bereits in trockenen Tüchern hatte und mit den Gedanken bereits in Bochum war.

Dort peilt man am kommenden Samstag nämlich den nächsten Dreier an. Vorher treffen sich bereits am Freitag das krisengeschüttelte Team von Werder Bremen und Hertha BSC Berlin. Außer dem bereits erwähnten Derby kann der VFL Wolfsburg gegen die Bayern für ein bisschen mehr Klarheit im Meisterschaftskampf sorgen und selbst mal wieder in Richtung internationale Plätze schielen. Dort befindet sich mit schon sieben Punkten Vorsprung auf Rang 6 der Hamburger SV, der zu den erstarkten Kölnern reisen muss. Schalke hingegen fährt nach Freiburg, wo sich der SC weiterhin Sorgen um den Klassenerhalt machen muss. Viel rosiger sieht es in Hannover auch nicht aus und bei den durchaus siegeshungrigen Jungs aus Hoffenheim sollte es im Normalfall nicht viel zu holen geben. Bessere Chancen hat man da nun wieder in Nürnberg, obwohl auch dort mit dem VFB Stuttgart eine äußerst schwierige Aufgabe wartet. Sonntag komplettieren dann Mainz und Gladbach, die beide jenseits von Gut und Böse stehen und sicherlich genervte Dortmunder gegen die Hessen aus Frankfurt den 21.Spieltag.

Elf des Tages:
Neuer – Lahm, Mohamad, van Buyten, Schmitz – Träsch – Reus, Robben, Farfan – Bunjaku, Bobadilla
Bildquelle:www.kicker.de


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