2 Buchtipps: Jane Austen – „Lady Susan“ & „Liebe und Freundschaft, 3 Schwestern, Catharine“

In England gilt sie als Nationalschatz und ähnlich bedeutsam wie William Shakespeare. Bereits zu Lebzeiten schätzten Kritiker ihren ökonomischen und virtuosen Schreibstil, den sie bis zu ihrem Tod, 1817, weiterführend perfektionierte. Als Kind eines überdurchschnittlich gebildeten Elternhauses kannte sie bereits in frühen Jahren eine stattliche Anzahl berühmter Vertreter jeden kreativen Ausdrucks und aller Kunstepochen. Dementsprechend zeitig, etwa mit zwölf Jahren, unternahm sie auch selbst erste Versuche im Verfassen von Theaterstücken und Kurzromanen. Schon damals pflegte sie großes Interesse für das Motiv der gesellschaftlichen Konventionen, die in ihren späteren großen Romanen allgegenwärtig sind. In diesem Zusammenhang verwies sie ebenso auf die Wichtigkeit einer Standes verbessernden Heirat für junge Frauen und begegnete dieser Auffassung mit kritischem Humor. Austen und ihre drei Schwestern heirateten selbst nie und waren zeitlebens auf die Gönnerhaftigkeit ihrer Verwandten angewiesen. In Deutschland waren Austens Werke lange in Vergessenheit geraten. Erst mit den in den 90er Jahren veröffentlichten Fernseh- und Kinoproduktionen stellte sich ein neuer und noch größerer Erfolg ein. „Emma“, „Sinn und Sinnlichkeit“ bzw. „Stolz und Vorurteil“ sind seitdem einem breitem Publikum bekannt und wurden mehrfach von anderen Produktionen adaptiert.

Lady Susan

Leider lässt sich das genaue Entstehungsjahr von „Lady Susan“ nicht bestimmen. Experten gehen aber davon aus, dass es sich hierbei um eines ihrer sehr frühen Werke handelt. Hierfür spricht auch die vorliegende Briefform des Romans, die kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts sehr beliebt war. Hauptfigur ist „Susan“, die nach dem Tod ihres Mannes von seiner Familie finanzielle Unterstützung erfährt. Dies schützt die Familie allerdings nicht vor Susans dunklen Absichten, die keinen anderen Plan verfolgt, als ihre Tochter, Frederica, schnellstmöglich zu verheiraten. Sie schreckt auch nicht davor zurück, bereits bestehende Paare gegeneinander auszuspielen, um ihrer Tochter einen wohlhabenden Ehemann und sich einen annehmbaren Schwiegersohn zu beschaffen.

„Liebe und Freundschaft“, „3 Schwestern“ &„Catharine“

Tatsächlich handelt es sich hier um 3 Geschichten, die in einem Buch zusammengefasst wurden. „Liebe und Freundschaft“ und „3 Schwestern“ sind scharfzüngige Parodien zum oft dargestellten Thema der Liebe und Ehe. Inhaltlich geht es in beiden um die Motivation zur Heirat. Austens Auffassung wich bereits zur damaligen Zeit sehr von der üblichen Meinung ab. Nur aus Liebe zu heiraten, konnte sich niemand leisten. Ihre Protagonistinnen wählen ihren Ehemann nach finanziellen Aspekten und erleben im Anschluss die Konsequenzen ihres Handelns. „Catharine“ ist ein erster Verweis auf ihre späteren Werke. Die Persönlichkeit der Hauptfigur erinnert mit ihren naiven Zügen an die Protagonistin aus „Emma“. Catharine wächst bei ihrer unverheirateten Tante auf, die ihr mit strenger Aufsicht alle Freiheiten nimmt. Erst das Werben eines jungen Mannes bringt Freude in ihr Leben.

Jane Austen war etwa 15 bis 17 Jahre alt, als sie diese Geschichten schrieb. In ihrem jugendlichem Denken bevorzugte sie die Karikatur und Persiflage gesellschaftlicher Missstände noch stärker als in ihren späteren Arbeiten, in denen sie immer nur Teil des Stils waren, aber nie eine ganze Geschichte ausmachten. Zwei Bücher, die interessante Meilensteine ihrer Entwicklung darstellen, aber auch unabhängig von der Autorin wirklich gut unterhalten.

 


Ein Kommentar zu “2 Buchtipps: Jane Austen – „Lady Susan“ & „Liebe und Freundschaft, 3 Schwestern, Catharine“” Eigenen verfassen
  1. silver price

    Den ihr allgemein gegebenen Namen der „großen Gräfin“ verdankt sie ebenso ihrer Macht wie ihren glänzenden Geistesgaben und ihrer hohen Bildung. Sie besaß die Toskana, Mantua , Parma , Reggio, Piacenza , Ferrara , Modena , einen Teil von Umbrien , das Herzogtum Spoleto , den Kirchenstaat von Viterbo bis Orvieto und einen Teil der Mark Ancona , welche Besitzungen teils Allodien , teils Reichslehen waren. Ihre Regierung war gerecht und mild, ihr Hof glänzend. Sie setzte alle ihre Kräfte daran, um die hierarchischen Herrschaftspläne von Papst Gregor VII. verwirklichen zu helfen. Bereits 1077 gewährte sie dem Papst auf ihrem Schloss Canossa eine Zuflucht, stand ihm 1081 gegen den Kaiser bei und unterstützte ihn mit Geld, als er in Rom eingeschlossen war.

    20.05.2012
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