16.Spieltag der Fußballbundesliga 2009/10

Man feiert wieder bei den BayernEs ist ganze drei Wochen her, da sprach man von einer der schlechtesten Spielzeiten der Bundesligageschichte. Der Haushegen in München, wo man sich beim Rekordmeister große Sorgen um das Fortbestehen machte, hing gewaltig schief. Ein vor der Saison als großer Hoffnungsträger geholter Niederländer galt als großes Missverständnis und stand kurz vorm Abflug. Alle Stars oder andere, die man fälschlicherweise als solche bezeichnete, erfüllten bis dahin die Erwartungen nicht, die gestandenen Spieler trugen öffentlich ihre Kritik breit. Die früher so gefürchteten Bayern standen auf Rang sieben in der Liga, waren international so gut wie abgeschrieben und manch einer befürchtete sogar einen totalen Bruch. Heute gut drei Wochen später blickt man auf eine Woche zurück, in der die Münchner 4-1 beim italienischen Rekordmeister gewannen, dadurch ins Achtelfinale der Champions League einzogen und mit einem beeindruckenden 5-1 beim VFL Bochum nicht nur den dritten Sieg in Folge feiern konnten, sondern auf Rang drei nur noch 2 Punkte hinter Tabellenführer Leverkusen platziert sind.

Der bisherige Primus erlebte am Freitagabend in Berlin sein blaues Wunder. Während Hertha mit bisher mageren 5 Punkten nicht ohne Grund vom Abstiegskampf sprechen darf, erfährt man in Leverkusen in diesem Jahr eine längst vergessene Euphorie. Man könnte meinen, ein einfaches Spiel, aber wer das tat, sah sich bereits nach 8 Minuten eines besseren belehrt. Ramos brachte die Hauptstädter gegen desolate Leverkusener in Führung. Diese steigerten sich nach der Pause und drehten durch Kroos und den eingewechselten Kaplan eine Partie, die im Falle eines Auswärtssieges aber einen vollkommen ungerechten Ausgang erlebt hätte. So erkämpften sich leidenschaftlich auftretende Herthaner durch Ramos´ zweites Tor wenigstens noch einen Punkt. München nahm seine Aufgabe beim ebenfalls abstiegsbedrohten VFL Bochum wesentlich ernster und so war der Hase bereits in Hälfte eins gegessen. Olic, der zweimal traf und Gomez überzeugten, genauso wie Bundesligapremierentorschütze Pranjic, der Ehrentreffer von Fuchs war hingegen nur Ergebnismakulatur. Auch der HSV scheint erfolgreich zurück in die Spur gefunden zu haben. Bei den Nürnbergern, die neben den bereits Benannten momentan den dritten Abstiegsplatz einnehmen, tat man sich zu Beginn zwar äußerst schwierig, schoss sich dann aber in Hälfte zwei den kompletten Frust von der Seele. Der ständig quirlige Elia war mit zwei Treffern und einer Vorlage der überragende Akteur auf dem Platz, von dem beide Teams mit einem 0-4 nach 90 Minuten getrennte Wege gingen.

Pechvogel der Woche - Karim HagguiNach den reichlichen Nullnummern in der vergangenen Woche, sah es also nach einem relativ freundlichen Spieltag aus, wenn da nicht der SC Freiburg und der 1.FC Köln gewesen wären. Absolute Rohkost für Fußballfans boten beide Teams und so war das 0-0 die logische Konsequenz. Vielleicht sollten Fans der Geißböcke sich den Gang in Stadion in Zukunft etwas länger überlegen, denn  das Samstagspiel in Freiburg war bereits das sechste 0-0 in dieser Spielzeit, unter anderem auch das dritte in Folge. Wenig los war auch in Hoffenheim. Hatten sich die Gastgeber gegen Frankfurt den langersehnten Dreier gewünscht, wollten die Hessen endlich ein wenig Konstanz in ihrer Ergebnisse bringen. Nach 9 Minuten traf Kapitän Salihovic per Elfmeter zur Führung, die Gästekicker Schwegler nach einer guten Stunde egalisieren konnte. So warten die Hoffenheim-Fans weiter auf ein Offensivspektakel ihrer in der kälteren Jahreszeit eingefrorenen Zauberkünstler. Noch torreicher als in Bochum wurde es in Mönchengladbach, wo die heimische Borussia in einem tollen Spiel mit 5-3 gegen Hannover die Oberhand behalten konnte. Trotz zweier Tore von Stürmer Ya Konan, der später noch mit Ampelkarte vom Platz flog, gelang den Gästen keine möglich gewesene Wende. Zwar brachte Schulz mit seinem Treffer zum 4-3 Hannover nochmals knapp heran, aber Haggui stellte mit seinem zweiten Eigentor des Tages den vorherigen Rückstand wieder her und übertraf so Mitspieler Djakpa, der nur einmal auf der verkehrten Seite einnetzte. Den kuriosen Eigentoren in Gladbach folgte am Abend das Topspiel in Bremen, wo sich Werder und Schalke zum harten Fight trafen. Beide hätten sich bei einem Sieg bis auf einen Punkt an Leverkusen heranschleichen können und Werder schien angesichts einer Serie von 23 Spielen ohne Pleite voller Selbstvertrauen. Aber Schalke ist eben zu einer ausgeglichenen Einheit geworden, die jederzeit dazu im Stand ist, auch auswärts zu punkten. So war das 0-2 zwar ein wenig überraschend, aber keinesfalls sensationswürdig. Kuranyi traf zunächst zur Führung und legte später für Youngster Moravek auf, der dann den Sack endgültig zumachte.

Bärendienst von LehmannSpannendes gab es auch am Sonntag. Der VFB Stuttgart, der wie die Bayern nach ihrem Sieg über Juventus ins Champions League-Achtelfinale einziehen konnte, blickte erwartungsvoll auf das Bundesligadebüt vom neuen Coach Christian Gross und zumindest zu Beginn sah es gar nicht einmal so schlecht aus. Wie schon gegen Urziceni traf Stürmer Pogrebnyak und brachte die Schwaben in Mainz so schnell in Führung. Dumm nur, dass sich ausgerechnet der erfahrene Lehmann zu einer dummen Tätlichkeit hinreißen ließ. Platzverweis für den ehemaligen Nationaltorhüter und ein Elfer der aufgrund seiner Verwertung durch Polanski in der 90.Minute dem VFB den Sieg kostete. Trotz des Tores von Grafite, sicherte sich am Abend Borussia Dortmund den Dreier in Wolfsburg. Grund war der, dass nach Treffern von Barrios und Owomoyela die Partie bereits nach 45 Minuten entschieden war. So spaziert der BVB mit einem 3-1-Auswärtssieg weiter in Richtung europäisches Geschäft, von dem man nur noch einen Punkt entfernt ist.

Schauen wir mal, ob sich Dortmund in der nächsten Woche noch weiter nach oben schiebt. Zuhause gegen Freiburg sollte es durchaus möglich werden. Auch auf den Meister Wolfsburg wartet in Frankfurt eine machbare Aufgabe. Den Auftakt gibt am Freitag Schalke, das bei einem Sieg gegen Mainz an die Tabellenspitze springen kann. Leverkusen muss am Samstag zeigen, wie gefestigt man das Unentschieden in Berlin verarbeitet hat. Die Torfabrik des Wochenendes aus Mönchengladbach könnte ein sehr unangenehmer Gegner werden. Schlusslicht Berlin muss wohl auch in München punkten, sonst sieht man sich einer nahezu unmachbaren Konstellation für die Rückrunde gegenüber. Ebenfalls am Nachmittag steigt die Partie Hannover 96 gegen den VFL Bochum. Abends lädt dann der knapp über dem Strich platzierte VFB Stuttgart den Nachbarn aus Hoffenheim zum Kampf um drei Punkte, die sicherlich beide gerne haben würden. Komplettiert wird der letzte Hinrundenspieltag vom Nordderby HSV-Bremen und der Partie 1.FC Köln gegen Nürnberg. Mal sehen, wer dann auf welchen Platz überwintern darf und wie die unterschiedlichen Vereine in die heißersehnten Weihnachtstage gehen können.

Elf des Tages:
Neuer – Owomoyela, Höwedes, Mohamad, Mendy – Bradley – Pranjic, Elia, Jansen – Ramos, Olic
Bildquelle: www.kicker.de


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter