13.Spieltag der Fußballbundesliga 2009/10

Wir behalten ihn in unseren GedankenEs gab nur ein Thema, was Fußballdeutschland in den vergangenen zwei Wochen beschäftigt hat. Wäre es nicht zu diesem tragischen Vorfall gekommen, hätten sich die Medien ausschließlich mit dem erneuten Eintreten von Spielmanipulationen beschäftigt und von diesen im Übermaß berichtet. So jedoch erscheint die Verschiebung von Spielen, in denen es um Millionen geht fast als nebensächlich. Denn es ist das eingetreten, wobei sich immer wieder zeigt, das große Problematiken erst dann erkannt werden, wenn etwas wirklich Schlimmes passiert. Der Tod unseres Nationaltorhüters Robert Enke einte die Nation und schuf in der Welt des Sports erstmals so etwas wie einen gemeinsamen Willen, den Willen dazu, dass Derartiges nie wieder eintreten darf. Die Sportwelt erschrak und die Sportwelt verspricht Besserung und Aufarbeitung. Inwiefern dies umzusetzen ist, wird sich erst noch zeigen. Das Leben und auch der Sport muss aber weitergehen und deshalb blicken wir in Gedanken an einen großen Sportler auf die Wochenendpartien und versuchen sie in einer Weise darzustellen, die sich allein auf das Sportliche ausrichtet.

Ohne Freitagsspiel startete am Samstagnachmittag die Bundesliga in ihren 13.Spieltag, der im gesamten Verlauf mit Toren nicht geizen sollte. Mit Standing Ovations empfingen auf Schalke rund 60000 Fans Hannover 96, das sich trotz der Ereignisse zum Spielen entschloss. Engagierte Gäste spielten sich in Hälfte eins eine Reihe von Chancen heraus, die sie aber nicht in Tore ummünzen konnten. Schalkes Sturmlauf in Hälfte zwei trug dann mehr Früchte und so schossen Farfan und Moravek die Knappen nach drei Unentschieden mal wieder zum Dreier. Vorbei an Bremen kamen sie aber trotzdem nicht, was vor allem am bärenstarken Mesut Özil lag. 1 Treffer selbst erzielt und zusätzlich vier weitere vorbereitet, lautete die ereignisreiche Nachmittagsshow des Nationalspielers, der Werder beim 6-0 in Freiburg vorübergehend an die Tabellenspitze führte. Ähnlich stark zeigte sich 1899 Hoffenheim beim Gastspiel in Köln. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung, in der sich vier verschiedene Spieler als Torschützen in die Statistik eintragen lassen durften, feierte der Pokalviertelfinalist einen nie gefährdeten 4-0-Auswärtserfolg und wird so zum ernsthaften Aspiranten für einen der begehrten Plätze im internationalen Geschäft. Dort wieder heraus ist der amtierende Meister aus Wolfsburg, der mit der letzten Ecke der Partie zum Siegtreffer einnetzen wollte, von flinken Nürnbergern aber gnadenlos ausgekontert wurde und so eine letztlich äußerst unglückliche 2-3-Niederlage hinnehmen musste. Bunjaku brachte Nürnberg zweimal in Führung, ehe Kluge den Gastgebern, die zwischenzeitlich durch Grafite und Dejagah ausgleichen konnten, den Nachmittag endgültig vermiesen konnte.

Einen wichtigen Dreier im Abstiegskampf konnte auch Borussia Mönchengladbach in Frankfurt landen. Nachdem Torhüter Nikolov ein unglückliches Eigentor unterlief, entschied Brouwers nach einer guten Stunde die Partie, an deren Verlauf auch Schweglers 1-2-Endstand nichts mehr ändern konnte. Wenig vorwärts geht es bei den krisengebeutelten Topvereinen der vergangenen Saison. Während Stuttgart nach dem mageren 1-1 gegen die Berliner nun auf dem Relegationsplatz 16 angekommen ist, sind es für die Hertha bereits sieben Punkte zum rettenden Ufer. Zwar traf mit Ramos mal einer der Neuzugänge, dieser war es aber auch, der die Riesenmöglichkeit zum vorentscheidenden 2-0 ausließ. Der VFB kam zurück und sicherte sich dank Kuzmanovic wenigstens noch das Unentschieden. Da dieser aber später noch vom Platz flog, muss Babbel für die kommende Woche einen anderen Treffsicheren finden. Trist war das Abendspiel, in dem sich Dortmund und Mainz gegenüberstanden. Zwar erarbeitete sich der BVB ein leichtes Chancenübergewicht, blieb dabei aber nicht zwingend genug, um das Tor von Gästekeeper Müller ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Weiterhin an der Spitze der Torjägerliste -Stefan KießlingAuch das Highlight am Sonntag gab laut Sport-Bild nur wenig Anlass zur Freude. Die Bayern zeigten gegen Tabellenführer Leverkusen viel, zumeist waren das aber Fehlpässe und Stockfehler. Da Rene Adler die wenigen Möglichkeiten mit Ausnahme des 1-0 von Gomez zunichte machte, blieb es letztendlich bei einer Punkteteilung, da auch Bayer einmal treffen konnte. Wie eine Spitzenmannschaft präsentierte sich die Werkself aber nicht. Vielleicht war es die Angst vor einem Dreier gegen die großen Bayern, vielleicht will Bayer auch die Meisterschaft offen halten. Aber mit ein wenig mehr Eigeninitiative wäre sicherlich mehr als der 1-1-Ausgleich von Torjäger Kießling herausgesprungen. Ganz enttäuschend zeigten sich am Abend die Spieler des Hamburger SV, der sich nach dem 0-1 gegen den VFL Bochum nun auf Platz 5 wiederfindet und allmählich den Anschluss zu verlieren droht. Der eingewechselte Grote stellte mit seinem Treffer das komplette Spiel auf den Kopf und so freut sich Bochum über den ersten Dreier mit Coach Heiko Herrlich.

Ob das nun die Trendwende bedeutet, können die Bochumer bereits am Freitag gegen den 1.FC Köln beweisen. Vielleicht gelingt dort der Sprung über den Strich, den Hertha selbst bei einem Sieg am Samstag gegen Frankfurt auch weiterhin nur aus der Ferne beobachten wird. Richtig spannend sollte es in Hoffenheim werden, wo der zuletzt sechsmal ungeschlagene BVB zum Gastspiel auflaufen darf und in Bremen, wo der VFL Wolfsburg endlich einmal eine Serie starten möchte. Außerdem treffen in Mainz der Tabellensechste und der direkt davor platzierte HSV aufeinander. Freiburg brennt auf Wiedergutmachung und versucht in Nürnberg die nötigen Punkte einzufahren, um gar nicht erst in den Abstiegssumpf hereinzurutschen. Abends treffen sich dann In Gladbach die Borussia und Schalke 04. Der Tabellenführer Leverkusen empfängt am Sonntag dann den VFB aus Stuttgart und die Bayern reisen nach Hannover. Wie die Stimmung in der AWD-Arena sein wird, das bleibt bis dahin reine Vermutung, genauso ob Louis van Gaal da noch auf der Trainerbank Platz nehmen darf.

Elf des Tages:
Heerwagen – Concha, Brouwers, Naldo, Eichner – Hummels – Carlos Eduardo, Dejagah, Özil – Almeida, Bunjaku
Bildquellen: www.kicker.de & www.tz-online.de


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