11.Spieltag der Fußballbundesliga 2009/10

Alle wollen nach BerlinIn der Regel ist es meistens so, dass diejenigen Mannschaften, welche die meisten Spiele gewinnen oder zumindest die meisten Punkte sammeln in der Tabelle ganz oben stehen. Diejenigen, die in ihrer Aufgabe Spiel für Spiel Punkte zu sammeln, nicht ganz so erfolgreich sind, besetzen dann meist die Plätze in der unteren Tabellenhälfte. Scheinen also die Partien 2. gegen 15. oder Tabellendritter gegen den Tabellensechszehnten vor vornherein in ihrem Ausgang nur auf einen Sieger hinzuzielen. Es wird spekuliert in welcher Höhe der Sieg ausfällt und innerhalb der Wettbüros des ganzen Landes scheint es als sicherer Tipp für einen erfolgreichen Gewinn. Meistens oder in der Regel sind nur leider Wörter, die im Fußball nur selten Beachtung finden, denn ein Fußballspiel ist nicht statistisch berechenbar und so zeigt sich immer wieder, dass Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden und letztendlich ist derjenige, welcher die wichtigen Kleinigkeiten am Häufigsten richtig macht, folgerichtig ganz oben an der Spitze.

Nachdem der BVB am Dienstag bei Drittligist Osnabrück das blaue Wunder erlebte, versuchte die Klopp-Elf am Freitag gegen den Tabellenletzten aus Berlin das Deja Vu zu verhindern. Spielerisch wenig überzeugend geriet der durch Barrios kurz vor Ende festgemachte 2-0-Erfolg nie wirklich in Gefahr, was vor allem daran lag, dass die Hertha zwar bemüht war, aber nach wie vor zwingende Durchschlagskraft vor dem Tor vermissen lässt. Zu großen Überraschungen kam es dann am Samstagnachmittag. Nach dem Pokalaus in Fürth Mitte der Woche, zeigte sich der VFB Stuttgart gegen die zuletzt siegreichen Bayern von einer besseren, einer gefestigteren Seite und hatte im gesamten Spielverlauf sogar die besseren Möglichkeiten. Dass Markus Babbel auch in der kommenden Woche um seinen Job zittern muss, lag kurzerhand an der Ausnutzung der sich gebenden Möglichkeiten und dem herausspringenden 0-0, das weder den Bayern im Kampf um den Titel, noch den Stuttgartern, die langsam aber sicher aus dem Keller herauskommen wollen, nicht weiterhelfen dürfte. In Nürnberg geriet der Gast aus Bremen, der sich in den letzten Wochen an das Führungsduo herangepirscht hat, schnell mit 2-0 in Rückstand. Einmal mehr war es Aaron Hunt, der mit zwei Treffern nicht nur zum Goalgetter mutierte, sondern Werder auch einen Auswärtspunkt sicherte. Dass dieses Pünktchen Bremen für drei Stunden an die Tabellenspitze katapultierte, lag am schwachen Auftreten der Hamburger, die Abstiegskandidat Mönchengladbach empfingen. Zwei sehenswerte Treffer brachten vorrübergehend die Führung für die Labbadia-Schützlinge ehe Dante und Friend mit ihren Treffern zum letztendlichen 2-3 die erste Saisonpleite des HSV besiegelten. Im Duell zweier Tabellennachbarn lag der VFL Wolfsburg dank dem Doppelschlag von Martins bereits 2-0 in Front, doch Mainz schlug noch vor der Pause zurück. Auch auf die erneute Führung von Misimovic wusste der FSV eine Antwort und so stand am Ende ein irres 3-3, welches beide weiter gleichauf hinter den internationalen Plätzen postiert. Köln hätte gegen Hannover mit den Gästen ebenfalls gleichziehen und sich weiter von den Abstiegsplätzen entfernen können, aber da es sich beim einzigen Torschützen in einem höhepunktarmen Spiel um den Gästekicker Rosenthal handelte, bleibt der 1.FC weiter unten drin und 96 gesichert im Mittelfeld.

Nachdem in den Samstagsspielen keiner aus der oberen Tabellenhälfte dreifach punkten konnte, blickte die Fachwelt mit Spannung auf das Topspiel in der Arena auf Schalke. Während sich Leverkusen endlich einmal vom Hamburger SV hätte absetzen können, wollten die Schalker dieses Unterfangen verhindern und an beiden vorbeiziehen. Die Bayer-Elf erwischte den besseren Start und führte durch die Treffer von Kroos und Kießling mit 2-0. Aber wie schon in der Vorwoche konnte Schalke antworten und so sorgten Kuranyi und Sanchez für ein am Ende gerechtes 2-2 und dafür, dass der Kampf um den Platz an der Sonne immer enger zusammenrutscht.

Mann des Spiels auf beiden Seiten - Maik FranzAuch Hoffenheim, das sich neben den Bayern, Köln, Bremen und Schalke souverän im Viertelfinale des DFB-Pokals wiederfindet, ist von der Tabellenspitze nur noch 3 Punkte entfernt. Nachdem es in den letzten drei Auswärtsspielen immer nach einer halben Stunde 0-2 hieß, stand das Team in Freiburg von Beginn an sehr kompakt und hatte in Maicousel den Torschützen des einzigen Treffers in den eigenen Reihen. Mit Frankfurt konnte dann am Sonntagabend die zweite Mannschaft aus dem einstelligen Tabellenbereich einen Dreier landen. Zwar zeigte die Eintracht gegen Bochum, bei denen erstmals Heiko Herrlich auf der Trainerbank platznahm, keine wirkliche Glanzleistung, gegen schwache Gäste sollte das aber reichen. Maik Franz traf auf beiden Seiten und konnte so den eigenen Fehler zum zwischenzeitlichen 1-1 wieder ausbügeln.

Schon in fünf Tagen dürfen die Hessen wieder ran, wenn in Leverkusen der Tabellenführer zu einem hoffentlich heißen Tanz einlädt. Am Samstag können dann mit Hoffenheim, die den Meister aus Wolfsburg empfangen und Schalke, die zum Rekordmeister nach München reisen, zwei direkte Verfolger entweder nach- oder vorbeiziehen. Ebenfalls am Nachmittag treffen sich im Kellerduell Bochum und Freiburg. Der seit Wochen sieglose VFB Stuttgart darf zum Überraschungssieger des Spieltages nach Gladbach und Mainz empfängt den 1.FC Nürnberg. Auf kein Samstagabendspiel, dafür aber auf insgesamt drei Sonntagspartien kann sich die Fußballwelt am nächsten Wochenende freuen. Schon am Nachmittag brennt der HSV in Hannover auf Wiedergutmachung und hofft darauf, wieder an Werder Bremen, die später Dortmund empfangen und vielleicht auch Leverkusen vorbeizuziehen. Zeitgleich neben der Partie im Weserstadion hofft die Hertha gegen Köln einer langen Durststrecke ein Ende bereiten zu können. Ob der Hauptstadtclub den Anschluss an die rettenden Plätze schafft und wer nach dem zwölften Spieltag ganz oben steht, wissen wir dann spätestens am nächsten Sonntag.

Elf des Tages:
Enke – Franz, Simunic, Hummels, Dante – Luiz Gustavo – Hunt, Arango, Misimovic – Martins, Kießling
Bildquellen: www.kicker.de / www.bundesliga.de


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