100. Geburtstag von Raoul Wallenberg

Es gibt viele erfolgreiche Geschäftsfamilien, die über Jahrzehnte hinweg eine Art Imperium aufbauen. Sie machen sich in irgendeiner Branche einen Namen und geben das Geschäft mitsamt der Verantwortung von Generation zu Generation. Dies kann sich über viele Episoden halten oder aber aufgrund mangelnder Fortsetzung untergehen. Entscheidend dafür ist der Nachwuchs. Die schwedische Unternehmerfamilie Wallenberg konnte sich in mehrerer Hinsicht einen großen Namen machen. Seit Jahren galten sie in der Heimat als angesehene Bankiers und Unternehmer. Der Vater von Raoul Wallenberg erwarb sich als erfolgreicher Marine-Offizier seine Lorbeeren. Für die Menschheit und gegen den Krieg kämpfte der Sohn, der morgen seinen einhundertsten Geburtstag feiern könnte, und bewahrte so dank großem Engagement knapp einhunderttausend Juden vor dem sicheren Tod.

Unter schwedischer Flagge

Ohne Frage gab es viele Menschen, die sich gegen das nationalsozialistische Regime des Zweiten Weltkrieges auflehnten. Leider waren nur wenige mit ihrer Revolution erfolgreich. Der Schlüssel, ob man der scheinbaren Übermacht etwas entgegenstellen konnte oder einfach nur von ihr überrannt wurde, lag zumeist in der Idee selbst. Raoul Wallenberg, seinerseits wie schon der Großvater als schwedischer Diplomat quer durch die Welt unterwegs, nutzte seinen diplomatischen Schutz, um der harten Ungerechtigkeit die Grundlage zu nehmen. So stellte er in Ungarn für eine Vielzahl von Juden diplomatische „Schutzpässe“ aus und erreichte mit ihnen eine Schutzmauer, die weder die deutschen Nazis noch ungarische Helfer zu übertreten wagten. Seine Inspiration waren zum einen die eigene jüdische Herkunft und zum anderen das Vertrauen auf den gesunden menschlichen Verstand.

Ein Buch, das einen Helden würdigt

Bis heute herrscht Unklarheit in Bezug auf den weiteren Weg Wallenbergs nach 1945. Klar ist, dass er als Kollaborateur in sowjetische Haft gekommen ist, unklar, ob er dieser wieder entfliehen konnte. Von sowjetischer Seite hieß es, dass Wallenberg noch in der Haft an einem Herzinfarkt gestorben sei. Von westlicher Seite jedoch wird sowohl die Todesursache als auch der Leichnam, bei dem es sich womöglich gar nicht um Wallenberg handelt, angezweifelt. Danny Smith spricht in seinem Werk auch diesen Aspekt der widersprüchlichen Biografie eines großartigen Mannes an. Zudem geht es in „Raoul Wallenberg – der Mann der 100. 000 Juden das Leben rettete“ auch um das geschickte Vorgehen des Schweden, vor dem man nicht nur am morgigen Samstag den Hut ziehen sollte.


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